
Ohnmacht – das Gefühl, einer Situation ausgeliefert zu sein – ist heute leider allgegenwärtig und macht krank: seelisch und körperlich. Viele Menschen erleben sie im Beruf, in Beziehungen oder angesichts gesellschaftlicher Unsicherheiten. Auch tiefergehende psychologische Störungen wie Panikattacken, Depressionen oder soziale Phobien haben sehr oft einen „Ohnmachtshintergrund“. Ohnmacht erzeugt Stress. Der Körper reagiert mit Anspannung, Schlafstörungen, erhöhter Reizbarkeit oder Erschöpfung. Dauerstress führt dazu, dass der Organismus in Alarmbereitschaft bleibt – ein Zustand, der langfristig zu körperlichen und psychischen Beschwerden führen kann.
In meiner Arbeit im Bereich Coaching, Sportpsychologie und psychologischer Beratung begegne ich Menschen, die genau hier feststecken: Sie spüren das beengende Gefühl der Angst, die ein aktives Handeln beschränkt oder sogar verunmöglicht.
Das Hilflosigkeitsexperiment von Seligman – Wie erlernte Ohnmacht entsteht
Der amerikanische Psychologe Martin Seligman entdeckte in den 1960er-Jahren durch ein berühmtes Experiment, wie Ohnmacht „erlernt“ werden kann – und welche Folgen das für Motivation, Verhalten und Gesundheit hat.
Der Versuch
In seinen Studien setzte Seligman Hunde leichten, unvorhersehbaren Stromreizen aus. Eine Gruppe konnte den Reizen entkommen, indem sie einen Hebel betätigte – die andere hatte keine Möglichkeit zur Kontrolle. Als beide Gruppen später in eine neue Situation gebracht wurden, in der ein einfacher Sprung genügt hätte, um den Reizen zu entkommen, verhielten sich die zuvor hilflosen Tiere passiv. Sie versuchten nicht mehr, sich zu befreien – obwohl es diesmal möglich gewesen wäre.
Die Erkenntnis
Seligman nannte dieses Phänomen „erlernte Hilflosigkeit“. Wer wiederholt erlebt, dass sein Handeln keine Wirkung zeigt, verinnerlicht das Gefühl der Machtlosigkeit. Diese Haltung überträgt sich auch auf neue Situationen – selbst dann, wenn Veränderung möglich wäre.
Auch Menschen zeigen dasselbe Verhaltensmuster bei anhaltender Ohnmacht. Sie ziehen sich zurück, werden antriebslos und können diverse psychosomatische Symptome entwickeln.
Der Weg aus der Ohnmacht
Gesundung beginnt dort, wo Selbstwirksamkeit wieder erfahrbar wird. Jeder kleine Schritt, jede bewusste Entscheidung stärkt das Vertrauen in die eigene Einflusskraft.
Im Coaching und in der psychologischen Beratung nutzen wir dazu bewährte Methoden:
- Verhaltenstherapeutische Techniken: fördern neue Denk- und Handlungsmuster, um Herausforderungen konstruktiv zu begegnen.
- Hypnotherapie und Imagination: helfen, innere Blockaden zu lösen und unbewusste Ressourcen zu aktivieren.
- Mentales Training: stärkt Konzentration, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, Krisen aktiv zu bewältigen.
- Achtsamkeit und Selbstreflexion: ermöglichen, eigene Gefühle bewusst wahrzunehmen, ohne von ihnen überflutet zu werden.
Selbstwirksamkeit – das Ziele jeder psychologischen Hilfestellung
Selbstwirksamkeit ist der Schutzfaktor für psychische und körperliche Gesundheit. Menschen, die ihre Handlungsfähigkeit wiederfinden, erleben mehr innere Ruhe, Stabilität und Lebensfreude.
Mit professioneller Unterstützung lässt sich innere Stärke wieder aufbauen. Coaching und psychologische Beratung müssen deshalb immer Vertrauen in die eigene Wirksamkeit fördern. Nur wer sich etwas zutraut, wird aktiv Schritte für ein besseres und erfolgreicheres Leben setzen können.
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