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Trainer-Athlet(en)-Beziehung „Konfliktmanagement“

Vorab, ein erfolgreiches Krisenmanagement gehört natürlich auch zu den primären Aufgaben eines/er Trainers/in. Die Vernachlässigung dieser Aufgabe kann den Erfolg einer Mannschaft oder eines Teams gefährden bzw. verunmöglichen.

Unter „Konflikt“ verstehen Gero Bisanz & Gunnar Gerisch Situationen, in denen unter Leistungsbezug gegensätzliche Motive und zuwiderlaufende Interessen zu Spannungen, Kontroversen und Machtkämpfen führen.

Dass es im Laufe der Betreuungszeit zu Konflikten zwischen den Akteuren eines Vereins kommt (Trainer, Athlet(en), Vereinsvorständen, Eltern) ist kaum zu vermeiden und muss auch nicht vermieden werden. Konflikte sind an sich nicht negativ, sie zeigen Wachstumschancen auf und sind mitunter notwendig, um Anpassungen zu ermöglichen. Konflikte haben aber auch das Potential sehr zerstörerisch zu wirken und letztendlich können sie großen Schaden anrichten, wenn der Umgang mit Konflikten nicht lösungsorientiert abläuft.

Aus dem Gesagten ergibt sich eine erste wichtige Grundhaltung, die möglichst von allen Teammitgliedern getragen werden sollte und die vom Trainer einverlangt und vorgelebt werden muss. Konflikte sind normale Erscheinungen im menschlichen Erleben und Verhalten und können/müssen/dürfen ernst genommen werden. Wenn diese Grundvoraussetzung („WIR BEGEGNEN KONFLIKTEN OFFEN“) in einem Team gelebt wird, dann ist der erste wichtige Schritt hin zu einem erfolgreichen Konfliktmanagement bereits getan. Organisatorische Schritte aus dieser Konflikt-bejaenden Grundhaltung können dann vom Trainer vorgegeben oder vom Team geplant werden (z.B. alle 2 Monate gibt es Teamsitzungen auch mit der Möglichkeit Konflikte anzusprechen, Trainer zeigt auf in welcher Form und wann er informiert werden möchte usw.).

Damit sich Konflikte nicht zerstörerisch entwickeln können, ist es wichtig, dass Trainer/innen frühzeitig Signale wahrnehmen. Das Motivations- und Kommunikationsverhalten sind ausgezeichnete Indikatoren, die schon frühzeitig Konflikte anzeigen. Es gilt die Regel: Je früher schwere Konflikte (viele kleine Konflikte können sich auch von alleine auflösen) offengelegt werden, desto besser die Erfolgsaussichten. Leider werden Sportpsychologen erst dann zu Vereinen gerufen, „wenn die Leichen im Keller“ nicht mehr zu verheimlichen sind.

Kommt es dann im Laufe der Wettkampfsaison zu einem schweren Konflikt, ist der Trainer gut beraten, wenn er eine Vorgehensweise bereits im Ärmel hat. Im Buch „Fußball – Kondition,Technik,Taktik,Coaching“ beschreiben Gero Bisanz & Gunnar Gerisch ein mögliches Vorgehen des/r Trainers/in im Falle einer Krisensituation so:
1. Situationsanalyse
2. Ursachenbestimmung
3. Strategieentwicklung
4. Einleitung von Handlungsmaßnahmen
5. Wirksamkeitskontrolle


Nicht jene, die streiten sind zu befürchten, sondern jene, die ausweichen.

Marie von Ebner Eschenbach

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