
Professionelles Mental-Coaching
In den letzten beiden Jahrzehnten sind sogenannte Mentalcoaches bzw. Mentaltrainer*innen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Viele haben lediglich Wochenendkurse an Volkshochschulen besucht – oder überhaupt keine qualifizierte Aus- und Weiterbildung absolviert. Gesetzlich ist das möglich, da die Begriffe Mentalcoach und Mentaltrainer nicht geschützt sind. So tummeln sich auf diesem Markt heute Menschen mit sehr unterschiedlichen Ansätzen, die von esoterischen Konzepten bis hin zu selbst erfundenen „Therapieformen“ reichen.
Welche Fachkompetenzen braucht ein Mentalcoach?
Die Grenze zwischen Coaching und Therapie ist oft fließend: Stress, Ängste oder Selbstzweifel können bereits Anzeichen einer psychischen Belastung sein. Gerade im Leistungssport trifft man häufig auf Menschen mit ausgeprägten psychischen Problematiken. Essstörungen, Depressionen, Burnout oder Angststörungen sind keine Seltenheit. Ein Coach mit psychotherapeutischer Ausbildung kann in solchen Fällen einschätzen, wie vorzugehen ist.
Deshalb sollte ein Mentalcoach über fundierte Kenntnisse in Psychologie, Diagnostik, Persönlichkeitsentwicklung und Gesprächsführung verfügen – und ein breites Methodenrepertoire beherrschen. Nur so kann er/sie unterscheiden, ob es sich bei mentalen Blockaden um reine Leistungshemmnisse handelt oder ob tieferliegende psychische Themen berücksichtigt werden müssen.
Nachhaltige Entwicklung
Coaching und Mentaltraining verfolgen das Ziel der Leistungssteigerung und Zielerreichung. Doch ohne Persönlichkeitsentwicklung bleiben diese Erfolge meist oberflächlich. Wer beispielsweise an Wettkampfangst oder an seiner Selbstwirksamkeit arbeiten möchte, muss sich mit unbewussten Verhaltensmustern und Glaubenssätzen auseinandersetzen.
Mit einfachen Mentalübungen lassen sich vielleicht kurzfristig Leistungssteigerungen erzielen. Wer jedoch langfristig stabiler, resilienter und erfolgreicher sein will, muss sich intensiver mit sich selbst beschäftigen.
Die moderne Sportpsychologie arbeitet stets im Sinne des Athleten – und das bedeutet, dass die psychische Gesundheit an oberster Stelle steht. Besonders im Kinder- und Jugendbereich hat dieses Ziel absolute Priorität.
Ein Coach, der Psychologe oder Psychotherapeut ist, begleitet den Menschen nicht nur in seiner Rolle (z. B. Sportler, Berufstätiger, Führungskraft), sondern in seiner gesamten Persönlichkeit. So wird die mentale Arbeit umfassender und schließt emotionale Gesundheit und Lebensqualität ein. Beides spiegelt sich wiederum in gesünderen und erfolgreicheren Verhaltensmustern im Alltag wider.
Woran erkennt man professionelles Coaching?
Fragen Sie nach, welchen Ausbildungsweg der Coach durchlaufen hat und wie das Coaching abläuft. Scheuen Sie sich nicht, alle für Sie wichtigen Punkte anzusprechen. Ein professionell arbeitender Coach informiert Sie auch über Ihre Rechte:
- Wie werden Ihre Daten behandelt?
- Gibt es eine gesetzliche Schweigepflicht?
- Wie erfolgt die Abrechnung?
Wenn ein Coach „schnelle Heilung“ verspricht, ohne zuvor mit Ihnen gearbeitet zu haben, sollten Sie skeptisch sein. Solche Heilsversprechen sind unseriös und schlichtweg nicht möglich.




