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Phillip Kofler

Fair-Play, eine gesundheitspolitische Notwendigkeit

Im vergangenen Jahr wandte sich der Präsident des Fußballverbandes Südtirol, Klaus Schuster, an mich mit der Anfrage, ein Projekt zum Thema Fair Play im Fußballsport mitzugestalten. Neben dem Verband der Sportvereine Südtirols (VSS) war auch ein Kollege aus Trient, der Sportpsychologe Stefano Demozzi, beteiligt.
Da mich das Thema in meiner Arbeit ohnehin regelmäßig begleitet und mich die Projektentwicklung besonders interessierte, habe ich sofort zugesagt.

Die Umfrage

Im Rahmen verschiedener Initiativen entwickelten Stefano Demozzi und ich einen Fragebogen, der an nahezu alle Fußballvereine in Südtirol verschickt wurde. Befragt wurden Trainer, Spieler, Eltern und Vereinsvorstände.
Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze:

  • Hohe Relevanz: Alle befragten Gruppen halten das Thema Fair Play für „sehr wichtig“.
  • Vorbildfunktion: Man ist sich einig, dass insbesondere Trainer und Eltern Fair Play vorleben müssen.
  • Einflussfaktoren: Schiedsrichter und Zuschauer prägen das Verhalten der Spieler deutlich.
  • Unsportliches Verhalten: Wurde von allen Gruppen relativ häufig beobachtet.
  • Verbesserungsvorschläge: Zahlreiche konkrete Ideen wurden eingebracht.

Viele Befragte nutzten zudem die Möglichkeit, Kommentare abzugeben. Um die Fülle an Rückmeldungen auszuwerten, setzten wir auch auf KI-gestützte Analysen.
Fazit der Umfrage: Alle bekennen sich zu mehr Fair Play – doch bei der konsequenten Umsetzung gibt es große Lücken.

Zentrale Erkenntnisse

Für mich bestätigte sich dabei eine wichtige Einsicht: Fair Play beginnt im Elternhaus und muss in den Sportvereinen konsequent gelebt werden.
Bei unseren Recherchen zu ähnlichen Projekten im Ausland zeigte sich ein gemeinsamer Nenner: Erfolgreiche Vereine hatten Fair Play ausdrücklich in ihr Vereinsleitbild aufgenommen. Dort wurden klare Erwartungen an das Verhalten von Spielern, Trainern, Eltern und Zuschauern formuliert – einschließlich transparenter Konsequenzen bei Nichteinhaltung.

Bedeutung für das Vereinsklima

Eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln zur Drop-out-Problematik (Austritte Jugendlicher zwischen 14 und 17 Jahren) belegt: Gute Beziehungen im Verein tragen dazu bei, dass Jugendliche länger im Verein bleiben.

Gerade heute, wo Bewegung für viele Kinder und Jugendliche fast ausschließlich in Sportvereinen stattfindet, ist dies nicht nur eine pädagogische, sondern auch eine gesundheitspolitische Aufgabe. Jeder Verein sollte daher daran interessiert sein, ein Klima zu schaffen, in dem sich alle Mitglieder wertgeschätzt und respektiert fühlen.

Phillip Kofler

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