Categories: Blog news im focus

Martin Volgger

Share
Burnout

Ausgebrannt

Spitzensport fasziniert durch Rekorde, Erfolge und außergewöhnliche Leistungen. Hinter Medaillen und Siegen verbirgt sich jedoch oft ein hoher psychischer Druck. Immer häufiger wird deshalb über das Thema Burn-out im Spitzensport gesprochen.

Burnout beschreibt einen Zustand emotionaler, körperlicher und mentaler Erschöpfung, der durch anhaltende Überforderung entsteht. Betroffene fühlen sich ausgelaugt, verlieren ihre Motivation und erleben ihre sportliche Tätigkeit zunehmend als Belastung statt als Freude.

Im Spitzensport gibt es zahlreiche Risikofaktoren. Permanente Leistungsanforderungen, hoher Konkurrenzdruck, intensive Trainingsumfänge sowie die Erwartungen von Trainern, Sponsoren und der Öffentlichkeit können die psychische Belastung erheblich steigern. Besonders gefährdet sind Athletinnen und Athleten, die ihren gesamten Selbstwert über sportliche Erfolge definieren.

Präventionsmaßnahmen

Wichtig ist, die ersten Warnsignale eines Burn-outs nicht zu übersehen. Dazu zählen anhaltende Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, sinkende Leistungsfähigkeit, erhöhte Reizbarkeit oder ein Verlust der Begeisterung für Training und Wettkampf. Werden diese Symptome ignoriert, kann sich ein ernsthafter Burn-out entwickeln, der oft längere Auszeiten erforderlich macht.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ein Athlet neben dem Leistungssport auch andere Interessen haben sollte. Wenn sich der Alltag, die sozialen Kontakte und die Ziele fast ausschließlich nur um das Training und Wettkämpfe drehen, dann kann schon eine Verletzungspause eine Krise bewirken. Plötzlich fehlt dann nicht nur das Training, sondern auch ein wesentlicher Teil der Identität. Dann führt die freie Zeit zu Stress und Orientierungslosigkeit. Gleichzeitig kann die notwendige Regeneration nicht ausreichend stattfinden.

Trainer, Betreuer, aber auch Familienangehörige tragen in der präventiven Arbeit zur Verhinderung von Burnout eine besondere Verantwortung. Sie sollten nicht nur Leistungsdaten beobachten, sondern auch Veränderungen im emotionalen Befinden ihrer Sportler wahrnehmen. Eine offene Gesprächskultur kann dazu beitragen, Belastungen frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Aus sportpsychologischer Sicht ist Prävention von großer Bedeutung. Erfolgreiche Athletinnen und Athleten benötigen nicht nur körperliche Regeneration, sondern auch mentale Erholungsphasen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Leistung und Erholung

Spitzensport verlangt Einsatz, Disziplin und Durchhaltevermögen. Langfristige Spitzenleistungen sind jedoch nur möglich, wenn auch die psychische Gesundheit geschützt wird.

Wer rechtzeitig auf Warnsignale achtet und für ausreichend Regeneration sorgt, schafft die Grundlage für nachhaltigen Erfolg – im Sport und darüber hinaus.

Dr. Martin Volgger, Psychotherapeut – Sportpsychologe