
Wenn Top-Athleten mitreißen!
Jannik Sinner tut nicht nur dem italienischen Tennis gut, sondern dem Sport im Allgemeinen. Der junge Sextner, der vor zehn Jahren seine Heimat verließ, um Tennisprofi zu werden, ist mittlerweile zu einem nationalen Idol aufgestiegen – so sehr, dass er zeitweise sogar den in Italien heißgeliebten Fußball in den Schatten stellt.
Der Grund für seine enorme Popularität liegt sicherlich in seinem außergewöhnlichen Talent, das er immer wieder mit dem gelben Filzball eindrucksvoll unter Beweis stellt. Doch das allein erklärt seine Beliebtheit nicht.
Vielmehr ist es sein stets höfliches, respektvolles und bescheidenes Auftreten, das in Italien eine Welle der Anerkennung – ja, teilweise sogar der Verehrung – ausgelöst hat. Und das, wie ich meine, völlig zu Recht: Sinner ist ein Athlet, der seine Mannschaftskollegen stärkt, sie motiviert und sie durch sein Verhalten inspiriert, an sich zu glauben. Er tut dem (Tennis-)Sport ebenso gut wie der Menschlichkeit im Allgemeinen.
Das hat auch die Wirtschaft erkannt – sowohl hier in Südtirol als auch auf der ganzen Welt.
Die sportpsychologische Perspektive
Die zentrale sportpsychologische Frage, die sich aus Sinners Wirkung ableitet, lautet:
Warum gibt es Athleten, die ihre Mannschaftskollegen mitreißen – und andere, die eher hemmend oder unterdrückend auf ihr Umfeld wirken?
Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Vielmehr scheint es sich um ein komplexes Zusammenspiel mentaler, emotionaler und sozialer Faktoren zu handeln.
Persönlichkeit als Schlüssel
Zunächst einmal muss ein „Superathlet“ überhaupt daran interessiert sein, seine Teamkollegen mit auf seine „Siegesreise“ mitzunehmen. Dazu bedarf es sozialer Kompetenz: Kommunikationsfreude, Kontaktfähigkeit und Empathie. Der Athlet muss in der Lage sein, persönliche Eitelkeiten zurückzustellen und stattdessen das Wohl des Teams in den Vordergrund zu rücken – ohne dabei seine eigene Leistungsfähigkeit zu verlieren.
Solche Persönlichkeiten zeichnen sich durch eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung aus und überzeugen durch mentale Stabilität. Sie sind keine lauten Anführer, sondern inspirierende Vorbilder, auf die man sich verlassen kann – auf dem Platz wie daneben.
Natürlich spielen auch die Umgebungsbedingungen eine wesentliche Rolle. Trainer, Betreuer und das gesamte Teamumfeld müssen die positive Ausstrahlung eines solchen Athleten erkennen und fördern. Wenn das gelingt, entsteht ein echtes Erfolgssystem.
Jannik – ein Vorbild für unsere Gesellschaft
Man muss nicht viele Worte verlieren: Jannik Sinner ist ein mitreißender Top-Athlet. Er begeistert nicht nur seine Teamkollegen, sondern Millionen von Menschen durch sein respektvolles, aufrichtiges Auftreten – als Mitspieler, Vorbild und Mensch.
Besonders wertvoll ist Jannik auch für unsere Athleten*innen – nicht nur im Kinder- und Jugendsport. Er arbeitet hart, ist stets lernbereit, lebt Fair Play auf und neben dem Platz und bleibt trotz aller Erfolge ein sympathischer, authentischer Mensch.
Ein Vorbild, wie es der moderne Sport – und unsere Gesellschaft – dringend braucht.





