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Drop out im Sport

Wieso sich Jugendliche vom aktiven Sport verabschieden!

Zwischen 12 und 17 Jahren steigen (Feigley 1987) 80% der Jugendlichen vom aktiven Wettkampfsport aus. Dabei ist die Drop-out-Rate (Ausstiegsrate) zwischen 16 und 17 Jahren am höchsten. Die Ergebnisse wurden mittlerweile mehrfach bestätigt.
Die Ursachen für die hohen Ausstiegsraten in diesen Altersstufen sind auf mehrere zum Teil sehr unterschiedlichen Faktoren zurückzuführen.
Ein wichtiger Grund für den Rückzug aus dem aktiven Wettkampfsport und da sind sich die Fachleute einig, ist jedoch die hohe Belastung, der die jungen Athleten gerade in der Zeit der Pubertät zu bewältigen haben.
Schule, Familie, Training, Wettkämpfe und die Herausforderungen der Entwicklungsschritte, die in der Pubertät erfolgen (Identitätsfindung, die emotionale Loslösung von den Eltern, die Übernahme der neuen Geschlechterrolle, die Veränderung und Akzeptanz des eigenen Körpers, die Entwicklung einer Ideologie und einer Wertehaltung u.a.) sind für die jungen Erwachsenen Anforderungen, denen sie nicht immer gewachsen sind. Letztendlich kommt es dann zu einer psychologisch sinnvollen Reaktion, es kommt zum Fluchtverhalten, also zum Drop-out.

Thomas Wörz hat die Gründe für das Drop-out-Phänomen im Jugendsport genauer untersucht. (Buch: Wörz,T., Lecheler,J.(2012): Nachwuchsleistungssport: Heute eine Überforderung? Lengerich: Pabst.).

Gesamtbelastung
– Zu hohe Gesamtbelastung
– Konflikte zwischen Schule und Sport
– Zu wenig Freizeit, Erholungsphasen
– Kaum Kompetenzen im Umgang mit Stress

Motivation
 Mangel an intrinsischer Motivation (Spaß, Freude am Ausüben der Sportart)
– Fehlende, transparente Ziele

Training und Leistung
 Stagnation in der Leistung
– Beziehung zum Trainer/zur Trainerin
– Verletzungen (kaum Defizitbehebung)
– Frühe Spezialisierung
– Zu rigoroses Training und zu früh hohe Wettkampfbelastungen

Das soziale Umfeld
 Fehlende oder unbefriedigende Unterstützung von wichtigen Bezugspersonen
– Kaum Rückzugsmöglichkeiten (Familie, Freizeit)

Die Wahl von anderen sportlichen Aktivitäten oder Interessen
 Wunsch, sich nicht auf eine Sportart zu spezialisieren
– Wunsch, anderen Interessen nachzugehen (mehr Zeit mit Freunden usw.)

Ein gesellschaftliches und gesundheitspolitisches Ziel muss es sein, noch mehr Menschen als bisher im aktiven Sport- bzw. Vereinsgeschehen zu halten. Dazu müssen die Belastungen für die jungen Wettkampfathleten soweit als möglich reduziert und Unterstützungsmaßnahmen aktiviert werden und die Sportvereine sollten vermehrt Angebote für den Freizeitsport in ihr Tätigkeitsprogramm aufnehmen.

Bewegung und Sport sind Freunde für das ganze Leben. Sie sind so wichtig für Körper und Geist, wie die Luft, die wir atmen und das Brot, das wir essen. 

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