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Martin Volgger

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Hamsterrad

Denken in der Hamsterradschleife.

Jeder Mensch denkt nach, plant und analysiert. Problematisch wird es jedoch, wenn aus Nachdenken ständiges Grübeln wird. Beim sogenannten Overthinking kreisen Gedanken immer wieder um dieselben Fragen, mögliche Fehler oder ungewisse Zukunftsszenarien. Das Gehirn versucht dabei, Unsicherheit zu beseitigen und Fehler zu vermeiden. Das Problem: Mehr Nachdenken führt häufig nicht zu mehr Klarheit, sondern zu immer neuen Gedankenschleifen.
Typische Gedanken lauten: „Habe ich die richtige Entscheidung getroffen?“, „Was passiert, wenn etwas schiefgeht?“ oder „Hätte ich anders handeln sollen?“. Solche Gedankenspiralen kosten Energie und erhöhen die Selbstzweifel.

Ursachen?

Overthinking vermittelt oft kurzfristig das Gefühl von Kontrolle oder Vorbereitung. Tatsächlich werden Probleme dadurch jedoch selten gelöst. Stattdessen entstehen:

  • mehr Unsicherheit,
  • Entscheidungsschwierigkeiten,
  • Anspannung,
  • Schlafprobleme,
  • Konzentrationsstörungen.

Man kann Overthinking als einen Versuch verstehen, Unsicherheit zu vermeiden und Kontrolle zu gewinnen. Hinter dem Grübeln stehen häufig Fragen wie:

  • „Was passiert, wenn ich mich irre?“
  • „Wie kann ich verhindern, dass etwas schiefgeht?“
  • „Was denken andere über mich?“

Je größer das Bedürfnis nach Sicherheit und Gewissheit, desto stärker neigt ein Mensch dazu, Situationen gedanklich immer wieder durchzugehen.
Als Coach oder Psychotherapeut kann man daher weniger am Gedankeninhalt arbeiten als an den dahinterliegenden Faktoren: Umgang mit Unsicherheit, Selbstvertrauen, Perfektionismus, Angstregulation und Entscheidungsfähigkeit.

Overthinking im Sport

Im Sport kann Overthinking besonders leistungshemmend wirken. Unter Wettkampfdruck beginnen Athletinnen und Athleten häufig, Bewegungen bewusst kontrollieren zu wollen, die normalerweise automatisch ablaufen. Gedanken wie „Ich darf keinen Fehler machen“, „Alle schauen auf mich“ oder „Wie war noch einmal die Technik?“ lenken die Aufmerksamkeit von der eigentlichen Aufgabe ab.
Die Folgen sind bekannt: Die Bewegung wird hölzern, verkrampft und verliert ihren natürlichen Rhythmus. Die Sportpsychologie bezeichnet dieses Phänomen als „Paralysis by Analysis“ oder „Choking under Pressure“.
Wirksame Gegenstrategien setzen an der Aufmerksamkeit an. Kurze mentale Schlüsselwörter wie „locker“, „vorwärts“ oder „explosiv“ ersetzen komplexe Gedankengänge und erleichtern die Fokussierung.
Auch feste Routinen helfen: ein bewusster Atemzug, ein Fokuspunkt, ein Schlüsselwort und anschließend die Ausführung der Bewegung. Nach Fehlern ist es entscheidend, nicht in „Grübelschleifen“ zu geraten.

Hilfreiche Bausteine, um Overthinking im Alltag und im Sport zu reduzieren.

Hilfreich ist, Gedanken aufzuschreiben oder Entscheidungen zeitlich zu begrenzen. Entscheidungen sind in die Zukunft gerichtet, absolute Sicherheit kann es nie geben. Eine festgelegte „Grübelzeit“ kann helfen. Aus psychologischer Sicht liegt der Schlüssel sowohl im Alltag als auch im Sport darin, den Fokus von der vollständigen Kontrolle auf die beeinflussbaren Handlungen zu verlagern. Wer sich auf den nächsten konkreten Schritt konzentriert, reduziert Grübeln und stärkt die Selbstwirksamkeit.
Eine große Hilfe für Athleten ist ein gesundes Mindset zum Ergebnisdenken. „Ich möchte immer gewinnen, ABER in erster Linie möchte ich meine Trainingsleistungen abrufen.“
Overthinking kennen wir alle, es kann aber auch ein Zeichen von große psychologischer Belastung sein. Wenn Overthinking nicht mehr nur auf ein Thema und ene endende Zeitdauer begrenzt ist, so sollte man Hilfe in Anspruch nehmen.

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