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Martin Volgger

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Gerhard Kerschbaumer

Im Hochleistungssport aber auch im Amateursport entscheidet nicht nur Talent – sondern vor allem das mentale Setup. Topstars trainieren ihr Mindset genauso konsequent wie Technik oder Kraft. Hier sind einige grundlegende Denkweisen, die sich bei Weltklasse-Athleten immer wieder zeigen. Natürlich sind Mindsets immer sehr individuell und können nicht einfach kopiert werden, sondern müssen auf die persönlichen Haltungen, Erfahrungen u.a. abgestimmt werden.


Prozess statt Ergebnis
Viele Champions – z. B. Michael Phelps – fokussierte sich im Wettkampf nicht auf Gold oder Rekorde, sondern auf den nächsten Armzug, die nächste Bewegung, den nächsten Atemzug. Dasselbe tat auch Pete Sampras (Tennislegende), der sagte, dass er nie an Sieg oder Niederlage dachte, sondern immer nur an den nächsten Punkt. Und erst kürlich meinte die zweifache Goldmedaillengewinnerin Federica Brignone: Wenn ich unbedingt Gold hätte holen wollen, wäre mir das wahrscheinlich nicht gelungen. Warum das hilft:

Ergebnisdenken erzeugt Druck, Prozessdenken erzeugt Kontrolle (was ist zu tun).


Druck als Privileg sehen
Der verstorbene Basketballstar Kobe Bryant sprach oft davon, dass Druck ein Zeichen sei, dass man auf großer Bühne steht. Reframing (eine neue Bedeutung hinzufügen): Statt „Ich darf nicht versagen“ „Ich bekomme die Chance, hier etwas Besonderes zu zeigen.“

Druck wird so von Bedrohung zu Bedeutung.


Wachstum statt Perfektion

Tennislegende Serena Williams verlor große Finals – und kam stärker zurück. Topstars denken in Entwicklung, nicht in Makellosigkeit. „Was lerne ich aus dieser Situation?“

Fehler sind Daten, keine Katastrophen.


Emotionale Selbstregulation
Skirennfahrerinnen wie Lindsey Vonn sprechen offen darüber, wie sie Nervosität bewusst nutzen. Techniken: Atemrhythmen (z. B. 4–6 Atmung), Visualisierung des idealen Ablaufs, Mentale Routinen vor dem Start, Trigger-Wörter („ruhig“, „explosiv“, „klar“)

Emotionen werden so nicht unterdrückt, sondern gesteuert.


Identität trennen von Leistung
Viele Athleten arbeiten mit Sportpsychologen daran, nicht ihr Selbstwertgefühl an ein Ergebnis zu knüpfen. „Ich bin nicht meine Sportleistung.“

Der Wert meiner Person hat nichts mit meiner Leistung zu tun


Fokus auf Einflussbereich
Topathleten unterscheiden strikt:

  1. Kontrollierbar: Einsatz, Haltung, Vorbereitung, Reaktion
  2. Nicht kontrollierbar: Schiedsrichter, Gegner, Wetter, Medien

Energie fließt nur in Bereich 1.

Kurz zusammengefasst: Das mentale Fundament

Topstars… akzeptieren Druck, wenden Reframing an, um Bedrohungen in Chancen umzudeuten, nutzen Fehler als Hinweis, nutzen Routinen und Mentaltechniken, denken in Entwicklung, bleiben im Moment.

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